Sonntag, 13. Mai 2012
woanders isst man anders: Fortsetzung
jeannineweltweit, 23:23h
Machen wir mal einen Sprung nach Griechenland. „Kriechenland“ hatte meine damals 3jährige Tochter verstanden und deshalb war ihre Frage „kriechen dort alle?“ durchaus berechtigt. Ich weiß nicht was ich von der dortigen Küche erwartet hatte, ich kannte ja schließlich einige griechische Lokale aus meiner Studentenzeit in Deutschland und hätte wissen sollen was auf mich zukommt. Angekokeltes Fleisch aber das in Mengen und der allgegenwärtige Feta Käse. Ich liebe Feta Käse, aber in Griechenland ist mir diese Liebe beinahe auf immer und ewig abhanden gekommen. Grund, es gab nichts anderes…Feta hier, Feta dort drin, überall in- und an allem! Ok die schwarzen Oliven waren noch besonders gut, das muss ich zugeben. Wenn es denn mal einen frischen Fisch gab, haben sie den solange tot gegrillt bis sie sicher waren, dass er nicht mehr vom Teller hüpfen konnte. Manchmal war ich versucht, die kleinen Krebstiere, die meine Tochter von den Meeresklippen abklaubte in den Topf wandern zu lassen.
Um diesen kulinarischen Reinfall zu kompensieren habe ich sofort Venedig und Toskana gebucht. Die italienische Küche, Mamma mia, die ist doch vom Feinsten. Stimmt auch, wenn man sie sich von Mamma zubereiten lässt. Mit dem Guide Michelin als Richtlinie kommt man jedenfalls nicht so wirklich in den Genuss der „echten, guten“ italienischen Küche. Nachdem wir uns in einem angeblichen 3-Sterne-Restaurant selbst vom Buffet bedienen mussten, waren wir mit der Sterneküche durch. Nichts gegen den Guide Michelin, meistens fährt man gut mit ihm, aber was die Regionen betrifft, wo wir waren, nein nur teuer und nicht gut.
Ab sofort wanderte ich erst einmal in Lokale rein, die mir sympathisch erschienen und schaute mir an was auf den Tellern der Gäste lag, bevor ich entschied ob wir uns niederlassen. Ein großes Plus auch, wenn die Gäste überwiegend Italienisch sprachen. Ab da aßen wir wie die Könige. Der Hit und unnachahmlich, die Anti-Pasti Wägelchen, die man uns vor die Nase schob. Ich hätte alles darauf verputzen können. Aber das gehört sich ja nicht oder?
Eine Paella ist zugegebenermaßen kein wirkliches Gourmetgericht. Eigentlich war es ein Resteessen, man nimmt was man noch im Kühlschrank hat und los geht’s. Deshalb ist es auch ein typisches Sonntagsessen in Spanien, die Reste der ganzen Woche wanderten in die Paella… Das tut dem Gericht aber keinen Abbruch, wenn es gut zubereitet ist, finde ich jedenfalls. Um ein gutes Lokal in Spanien zu finden, sollte man ähnlich vorgehen, wie in Italien. Erst Mal rein gehen, sich anschauen, was so auf den Tellern liegt, den Rest kennen Sie ja schon. Fast noch lieber als die Paella sind mir die Tapas, die spanische Variante von Fast-Food. Allerdings viele Lokale bieten sie an, aber wenige sind wirklich gut. Da sie aber meist in einer Kühltheke sichtbar sind, kann man ja schnell sehen ob sie in Öl schwimmen, schon bräunlich verfärbt sind und überhaupt erkennbar ist, um was es sich handelt. Je mehr Leute im Lokal sitzen, desto besser. So wird ein schneller Nachschub und Frische garantiert.
In Portugal habe ich sehr weit auseinandergehende Erfahrungen gemacht. Von super lecker bis kaum essbar. Höhepunkt der schlechten Erfahrungen war eine Fischvergiftung, die 50% der Mitreisenden für drei Tage flach legte. Die anderen 50% hatten genau das Gleiche, nämlich einen Fisch- und Meeresfrüchte Eintopf gegessen, bloß aus einem anderen Topf. Ich gehörte zu der glücklichen Hälfte, denn ich glaube noch nicht einmal mein Pferdemagen würde eine Fischvergiftung einfach so wegstecken können. Aber so etwas kann leider mal passieren, egal in welchem Land. In Portugal habe ich die Erfahrung gemacht, je einfacher desto besser. Ein frischer Fisch nur mit Olivenöl und Knoblauch gebraten und darüber, köstlich, frittierte Petersilie!
Die portugiesische und die spanische Küche sind sich sehr ähnlich, sehr viel frisches Meeresgetier, gutes Rindfleisch, wenn auch meist komplett durchgebraten, wenn man nichts zum Gar Punkt sagt, und Saisongemüse wie Tomaten, Paprikaschoten, Zwiebel, zubereitet mit Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer. Raffinierte Gewürze, außer Safran, kennt die spanische und portugiesische Küche kaum. Wenn die benutzt werden, ist es eine rezente Eroberung. Das ist was man die mediterrane Küche nennt und die so gesund ist. Kann ja auch nicht anders sein, wenn man nur frische und nicht in Gewächshäusern gezüchtete Produkte benutzt. Ein Rezept eines sehr, sehr alten Bekannten aus Ibiza lautete: „Jeden Tag ein Glas Rotwein, 2 Knoblauchzehen, Oliven und eine Zitrone und du wirst so alt wie ich.“ Was er nicht berücksichtigt hatte, waren seine anderen Lebensgewohnheiten über all die Jahre. Ein Leben auf der Sonnenseite Europas’, tägliche körperliche Betätigung auf dem Feld, kein Stress (das Wort kannte er noch nicht einmal), und auch sonst keine Völlereien, denn auf den Tisch kam, was das Feld und der Stall hergab…
Gehen wir mal wieder weiter nördlich, in die Schweiz. Es wird nicht viel geredet über die Schweizer Küche, warum frage ich mich, denn sie ist hervorragend. Natürlich sind viele der Gerichte käselastig, also muss man Käse mögen. Ich mag Raclette, ich mag auch Käsefondue, auch wenn dein Haus noch Tage danach riecht, als ob eine Maus irgendwo unterm Sofa verendet sei. Eine Gerstensuppe schmeckt gut bei 10 Grad minus, aber nicht für warme Länder zu empfehlen. Lecker für jedes Klima dagegen, Bündner Fleisch, Rösti, und in sehr guter Erinnerung habe ich die Jausenbretter, belegt mit köstlichen Aufschnitten und geräuchertem ganz fein geschnittenem Speck, die mit einer Mirabelle oder einem anderen feinen Obstler runter gespült werden. Die Schweizer Küche ist eine Mischung aus deutscher, französischer und norditalienischer Küche gepaart mit rustikalen Gerichten aus alter Bergtradition. Da kann ja nur was Gutes dabei rauskommen.
Um diesen kulinarischen Reinfall zu kompensieren habe ich sofort Venedig und Toskana gebucht. Die italienische Küche, Mamma mia, die ist doch vom Feinsten. Stimmt auch, wenn man sie sich von Mamma zubereiten lässt. Mit dem Guide Michelin als Richtlinie kommt man jedenfalls nicht so wirklich in den Genuss der „echten, guten“ italienischen Küche. Nachdem wir uns in einem angeblichen 3-Sterne-Restaurant selbst vom Buffet bedienen mussten, waren wir mit der Sterneküche durch. Nichts gegen den Guide Michelin, meistens fährt man gut mit ihm, aber was die Regionen betrifft, wo wir waren, nein nur teuer und nicht gut.
Ab sofort wanderte ich erst einmal in Lokale rein, die mir sympathisch erschienen und schaute mir an was auf den Tellern der Gäste lag, bevor ich entschied ob wir uns niederlassen. Ein großes Plus auch, wenn die Gäste überwiegend Italienisch sprachen. Ab da aßen wir wie die Könige. Der Hit und unnachahmlich, die Anti-Pasti Wägelchen, die man uns vor die Nase schob. Ich hätte alles darauf verputzen können. Aber das gehört sich ja nicht oder?
Eine Paella ist zugegebenermaßen kein wirkliches Gourmetgericht. Eigentlich war es ein Resteessen, man nimmt was man noch im Kühlschrank hat und los geht’s. Deshalb ist es auch ein typisches Sonntagsessen in Spanien, die Reste der ganzen Woche wanderten in die Paella… Das tut dem Gericht aber keinen Abbruch, wenn es gut zubereitet ist, finde ich jedenfalls. Um ein gutes Lokal in Spanien zu finden, sollte man ähnlich vorgehen, wie in Italien. Erst Mal rein gehen, sich anschauen, was so auf den Tellern liegt, den Rest kennen Sie ja schon. Fast noch lieber als die Paella sind mir die Tapas, die spanische Variante von Fast-Food. Allerdings viele Lokale bieten sie an, aber wenige sind wirklich gut. Da sie aber meist in einer Kühltheke sichtbar sind, kann man ja schnell sehen ob sie in Öl schwimmen, schon bräunlich verfärbt sind und überhaupt erkennbar ist, um was es sich handelt. Je mehr Leute im Lokal sitzen, desto besser. So wird ein schneller Nachschub und Frische garantiert.
In Portugal habe ich sehr weit auseinandergehende Erfahrungen gemacht. Von super lecker bis kaum essbar. Höhepunkt der schlechten Erfahrungen war eine Fischvergiftung, die 50% der Mitreisenden für drei Tage flach legte. Die anderen 50% hatten genau das Gleiche, nämlich einen Fisch- und Meeresfrüchte Eintopf gegessen, bloß aus einem anderen Topf. Ich gehörte zu der glücklichen Hälfte, denn ich glaube noch nicht einmal mein Pferdemagen würde eine Fischvergiftung einfach so wegstecken können. Aber so etwas kann leider mal passieren, egal in welchem Land. In Portugal habe ich die Erfahrung gemacht, je einfacher desto besser. Ein frischer Fisch nur mit Olivenöl und Knoblauch gebraten und darüber, köstlich, frittierte Petersilie!
Die portugiesische und die spanische Küche sind sich sehr ähnlich, sehr viel frisches Meeresgetier, gutes Rindfleisch, wenn auch meist komplett durchgebraten, wenn man nichts zum Gar Punkt sagt, und Saisongemüse wie Tomaten, Paprikaschoten, Zwiebel, zubereitet mit Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer. Raffinierte Gewürze, außer Safran, kennt die spanische und portugiesische Küche kaum. Wenn die benutzt werden, ist es eine rezente Eroberung. Das ist was man die mediterrane Küche nennt und die so gesund ist. Kann ja auch nicht anders sein, wenn man nur frische und nicht in Gewächshäusern gezüchtete Produkte benutzt. Ein Rezept eines sehr, sehr alten Bekannten aus Ibiza lautete: „Jeden Tag ein Glas Rotwein, 2 Knoblauchzehen, Oliven und eine Zitrone und du wirst so alt wie ich.“ Was er nicht berücksichtigt hatte, waren seine anderen Lebensgewohnheiten über all die Jahre. Ein Leben auf der Sonnenseite Europas’, tägliche körperliche Betätigung auf dem Feld, kein Stress (das Wort kannte er noch nicht einmal), und auch sonst keine Völlereien, denn auf den Tisch kam, was das Feld und der Stall hergab…
Gehen wir mal wieder weiter nördlich, in die Schweiz. Es wird nicht viel geredet über die Schweizer Küche, warum frage ich mich, denn sie ist hervorragend. Natürlich sind viele der Gerichte käselastig, also muss man Käse mögen. Ich mag Raclette, ich mag auch Käsefondue, auch wenn dein Haus noch Tage danach riecht, als ob eine Maus irgendwo unterm Sofa verendet sei. Eine Gerstensuppe schmeckt gut bei 10 Grad minus, aber nicht für warme Länder zu empfehlen. Lecker für jedes Klima dagegen, Bündner Fleisch, Rösti, und in sehr guter Erinnerung habe ich die Jausenbretter, belegt mit köstlichen Aufschnitten und geräuchertem ganz fein geschnittenem Speck, die mit einer Mirabelle oder einem anderen feinen Obstler runter gespült werden. Die Schweizer Küche ist eine Mischung aus deutscher, französischer und norditalienischer Küche gepaart mit rustikalen Gerichten aus alter Bergtradition. Da kann ja nur was Gutes dabei rauskommen.
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